Karpathos (Griechenland) „Wandern. Baden. Windsurfen.“
Auf halber Strecke zwischen Kreta und Rhodos liegt die mit 330 qkm zweitgrößte Insel der Dodekanes. Nur ca. 5500 Einwohner leben auf dem kargen, gebirgigen Eiland. Alles ist hier noch ursprünglich: Die Tracht gehört zum Alltag, das Mehl zum Brotbacken wird in uralten Windmühlen gemahlen und an Sitten und Gebräuchen wird festgehalten. Man geht in die Küche und schaut dem Wirt in den Topf, „einsame Buchten“ sind wirklich sehr einsam, den Honig auf dem Frühstückstisch liefern noch die Bienen der Insel. Typisch griechisch ist Karpathos nicht. Keine kalkweißen Häuschen mit blauen Türen vor grüner Kulisse, sondern vom ständig wehenden Meltemi-Wind gebeugte Bäume in karger Landschaft. Vielleicht deswegen ein Paradies für Surfer, der windsicherste Spot in Europa. Wanderfans mit großen Rucksäcken erklimmen den 1215 m hohen Kali Limni, Ruhesuchende lassen ihre Seele baumeln. Nur stoßweise kommen die Tagestouristen mit der Fähre oder über eine holprige Straße nach Olympos, dem wohl schönsten Dorf Griechenlands, spektakulär zwischen zwei schroffen Bergen gelegen. Der Charme des über Jahrhunderte isolierten Ortes ist atemberaubend, obwohl es tagsüber einem Freilichtmuseum gleicht.
An einer geschützten Bucht an der Südöstküste liegt Pigadia, mit ihren gesichtslosen Neubauten eine Domäne für Pauschalurlauber, die am flach abfallenden, dunklen Sand-/Kiesstrand in der Sonne braten. Wer Nachtleben und Unterhaltung sucht, ist hier gut aufgehoben. Bars, Clubs und Diskotheken gibt es nur hier. An der Uferpromenade reihen sich Tavernen, Cafés und Bars aneinander, Souvenirläden machen prächtige Geschäfte und abends herrscht dichtes Gedränge. Eine der beliebtesten Badeorte der Insel ist Amopi, nur 7 km südlich von Pigadia. Mehrere Buchten mit flach abfallenden Sand- und Kiesstränden, ein warmes, trockenes Klima, eine ausreichende Auswahl an Tavernen, Cafés, Autovermietungen und Mini-Märkten sowie kleine, feine Hotels und Studios sind Grund genug, warum sich Touristen und Familien mit Kindern hier wohlfühlen.
Eine einsame Postkartenidylle ist Kira Panagia an der Ostküste, wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt. Die schneeweiße Marienkapelle mit ihrem tiefroten Dach und das türkisblaue Wasser machen die von senkrechten Felswänden eingerahmte Buch zu einem malerischen Motiv. Außer einem Hotel, zwei Pensionen und einer Studio-Anlage sowie drei Tavernen und einem Mini-Markt gibt es hier nichts. Mit dem Mietwagen, ein Muss auf dieser Insel, erreicht man in kurzer Zeit die Traumstrände Apella und Achata. Hoch im Norden der Ostküste liegt der verschlafene Hafenort Diafani, der Hafen für Olympos, von wo aus die Touristen mit Bussen ins Bergdorf gefahren werden. Diafani ist ein ideales Ziel für ruhesuchende Strand- und Wanderfreunde. Schöne Strände wie Papas Minas, Opsi und Forokli können leicht zu Fuß oder per Boot erreicht werden. Der größte Badeort an der Westküste, Lefkos, liegt 37 km von Pigadia entfernt. Diese Streusiedlung zieht sich von der Hauptstraße bis zum 4 km entfernten Hafen hin, mit Studio-Anlagen, Tavernen und Mini-Märkten. Doch die Strände sind fein und selbst in der Hochsaison nicht überlaufen: der weitläufige Frangolimionas-Strand, der Kieselstrand Potali und der schmale Sandstrand Gialou. An der Westküste, relativ südlich, liegt das ursprüngliche Dorf Arkassa. Vor dem Ort ragt der mächtige Felsen Paleo Kastro ins Meer, mit den Resten einer Festung aus mykenischer Zeit. Vom Dorfplatz mit seiner rotgedeckten Kirche und seinen einfachen Tavernen erreicht man nach 10 Minuten den kleinen Sandstrand Agios Nikolaos. Wer hier in einem der Studios Urlaub macht, sucht vor allem Ruhe, und der kühlende Wind erfrischt selbst im Hochsommer.
Karpathos, das ist eine geheimnisvolle Schöne, die ihre Reize erst auf den zweiten Blick offenbart. Die wilden Berglandschaften, die traumhaften Strände, die prächtigen Häuser in den Bergorten wie Apéri, Óthos, Voláda oder Spóa, die malerische Abgeschiedenheit in tiefen Schluchten und kargen Hochalmen, die köstlichen Gerichte in den Fischtavernen von Finíki, die schwindelerregenden, schmalen Straßen, die Gelassenheit seiner Bewohner. Wenn Sie das alles entdecken, erleben Sie vielleicht eine der schönsten Inseln Griechenlands. Erreichbarkeit: Fährverbindungen von Rhodos, Kreta, Paros oder Santorin. Ganzjährig fliegt Olympic Airways via Athen nach AOK, dem Flughafenkürzel von Karpathos. In der Hochsaison wenige Direktflüge ab Deutschland, in 2008 z.B. nur mit Air Berlin ab Düsseldorf und München. Der Flughafen liegt tief im Süden der Insel bei Afiártis, übrigens unweit des schneeweißen Sandstrandes Diakóftis, ein Geheimtipp mit knalltürkisfarbenem Wasser.
Ein Auszug der bekanntesten Fluggesellschaften, die Sie nach Karpathos bringen:
Olympic Airways • Aegean Airlines • Air Berlin Flughäfen in Karpathos:
Airport Karpathos (AOK)